Heimatverein Denkmale Fotoarchiv Karte
Startseite FÜR KINDER Kelten

FÜR KINDER


9 Fragen Bücher Die Pest Heimatgeschichte Joseph von Eichendorff Kelten Kirchtürme Ludwig Uhland Malwettbewerb - Bilder Mittelalter Ritter Römer Schulen Wappen Wikinger

Sitemap | Übersicht Impressum

Kelten

Geschichte(n) rund um die Kelten

Bevor sich die Römer um das Mittelmeer herum ausbreiteten, besiedelten die Kelten vor allem den Norden Europas bis runter in den Westen nach Spanien und in den Osten nach Anatolien. Zum ersten mal erwähnt werden die Kelten im 6. Jhdt. v. Chr. Den Namen "Kelten", genauer eigentlich "keltoi", gaben ihnen die Griechen. Das bedeutet soviel wie "Die Erhabenen" und "Die Tapferen". Die Römer nannten sie später "celtae" und "galli", das uns ja bestens aus den Asterix-Heften bekannt sein dürfte - Die Gallier. Ihr Stammland muss so in Westfrankreich und Südwestdeutschland gelegen haben, von dem aus sie sich seit dem 5. Jhdt. v. Chr. ausdehnten.

So ganz genau kann man aber nicht sagen, wer sie waren. Sie hatten zwar nahezu die gleiche Sprache und viele kulturelle Gemeinsamkeiten, aber das war es dann schon. Es gab nie ein keltisches Reich oder einen keltischen Staat. Dafür gab es aber Stämme mit Fürsten bzw. Häuptlingen und in ihren Sagen ist auch von Königen die Rede. Diese Stämme waren untereinander nicht gerade selten zerstritten. So dienten Kelten im Heer der Römer und im Heer der Karthager, als Hannibal mit den Elefanten die Alpen überschritt. Sie waren gern Söldner für jeden, der sie anständig bezahlte. Und darin verstanden die keinen Spaß. So verloren die Karthager gegen die Römer, weil es den Römern gelang, den keltischen Söldnern mehr Gold anzubieten, als die Karthager. Wer nicht ordentlich zahlt, hatte eben keine keltischen Söldner mehr. Allgemein galten sie als ein sehr trinkfreudiges und wohl auch kriegerisches Völkchen, dass bei jeder Rauferei in der Antike gern dabei war, wenn dabei etwas Gold zu holen war. So jedenfalls steht es in den Überlieferungen der Griechen und Römer oft geschrieben.

Wehe dem Besiegten! Die Zerstörung Roms

Ja, so ähnlich muss das gewesen, als ein paar keltische Jugendliche 387 v. Chr. sich sagten, warum gehen wir denn nicht mal dahin, wo das Leben tobt, also dahin wo auch die Schätze sind?

Warum ziehen wir nicht in den reichen Süden Italiens und besuchen einfach mal die Römer? Schließlich hatten die Römer kurz vorher in einer Schlacht die Kelten besiegt und das konnte man ja nicht auf sich sitzen lassen. Es kam wie es kommen musste. Der Handvoll entschlossener Krieger schlossen sich weitere Krieger an, es wurden immer mehr. Und dann standen sie bald auch vor den Toren Roms. Die Römer sind natürlich schlauerweise schon mal auf den Berg geflüchtet. Nur ein paar Alte blieben. Die Kelten bestaunten die Marmorstatuen der römischen Götter. Brennus, der Anführer, fragte dann gleich die römischen Alten: "Was sind denn das für Leute?" "Unsere Götter!" antwortete einer von den Alten. "Das sollen eure Götter sein?" Brennus nahm sein Schwert und zerschlug kurzer Hand die römischen Statuen. So etwas kannten die Kelten nicht. Sie hatten viel Erfurcht vor ihren Göttern. Ihre Götter waren echt und daher nicht aus Stein. Die Kelten belagerten Rom. Die Römer gaben mit der Zeit auf und wollten nur noch, dass die Kelten wieder verschwinden. Diese aber forderten Lösegeld für die Stadt. Brennus soll mit falschen Gewichten das Lösegeld abgewogen haben. Als die Römer dagegen protestierten, warf er noch sein Schwert mit in die Waagschale und rief "Vae victis!" was auf Deutsch soviel heißt wie "Wehe dem Besiegten!". An den Spruch sollten die Römer sich noch lange erinnern. Wären die Kelten in Rom geblieben, hätte es das römische Reich wahrscheinlich gar nicht gegeben, so wie auch schon die Etrusker im Norden Italiens aufhörten zu existieren.

Die Römer nahmen sich vor, sich nie wieder von den Kelten erobern zu lassen, was ihnen auch gelang. Allerdings wurden sie von anderen barbarischen Stämmen dann doch wieder erobert, knapp 700 Jahre später von den Germanen.

Vercingetorix und der gallische Krieg

Julius Cäser führte die Römer 300 Jahre nach der Zerstörung Roms durch Brennus, 58-52 v. Chr., noch einmal gegen die Kelten. Er schrieb sogar ein Buch darüber, das die Latein-Schüler im Unterricht noch heute durchnehmen: "Bellum Gallicum" oder auf Deutsch: "Der Gallische Krieg".

In der letzten Schlacht bei Alesia konnte er dann die Gallier unter der Führung des Vercingetorix nach langer Belagerung schließlich besiegen. Vercingetorix war schon bei den Galliern ein Volksheld, da er den Römern ordentlich Widerstand leistete und der ihnen auch das Fürchten lehrte. Er blieb es auch für die heutigen Franzosen und ist das Vorbild von der berühmten Comic-Figur Asterix, dem Gallier. Mit der Niederlage der Gallier erstarkte Rom und sollte zu einer Weltmacht anwachsen, die später den gesamten Mittelmeerraum beherrschte.

Lionel-NoŽl Royer (1899) :

Vercingetorix wirft seine Waffen Cäsar zu Füßen

Boudicca und die letzte keltische Revolte

Caligula, der 4. Cäsar in Rom, behauptete, dass er Britannien erobert hätte. Doch das war unter uns gesagt nur Prahlerei. Als er die römischen Legionen zum Einschiffen für die Überfahrt nach Britannien befahl, sind die meisten aus Angst gar nicht erst erschienen. Wovor hatten sie eigentlich Angst? Dies beschrieb einmal ein römischer Feldherr anlässlich der Eroberung der britischen Insel Isle of Man. Es waren die keltischen Frauen, die die Römer am meisten fürchteten.

Eine davon sollte um 60 n. Chr. noch einmal die Kelten gegen Rom anführen, die Kriegerkönigin Boudicca. Sie rief alle barbarischen Völker, die Picten im Norden Britanniens, die Scoten in Irland und sogar die Germanen im Osten auf, die Römer wieder zurück in ihr Rom zu schicken und das römische Weltreich zu zerstören. Fast gelang ihr das auch. Sie konnte die Römer tatsächlich aus Britannien zurückdrängen.

Doch das mit den Germanen war keine gute Idee, denn nebst Römern und Griechen waren auch die Germanen nicht gerade Freunde der Kelten, obwohl die eigentlich ja auch irgendwie ein wenig keltische Kultur hatten. Aber, die Germanen waren eben nie selbst Kelten.

Das Ende der Kelten

Die Ausdehnung der Germanen vom Nordosten Europas her nach Westen und die Ausbreitung des römischen Reiches vom Süden her ließen das keltische Gebiet immer kleiner werden. Bis es ganz aufhörte zu existieren. Nur in Irland und Wales konnten die Kelten sich noch etwas behaupten, aber nach den Römern kamen die Germanen und mit ihnen kam das Christentum, und da zum Kelte-Sein eben auch keltische Lebensgewohnheiten gehörten, die aber gar nicht mit dem Christentum zusammenpassten, war es nur noch eine Frage der Zeit.

Es ist viel geblieben von den Kelten. In Irland und Wales spricht man noch Gälisch. In Frankreich kräht stolz das nationale Symbol, der gallische Hahn. Und von den keltischen Schiffen übernahm man die Galionsfiguren, die bei den Kelten eigentlich keine Figuren waren, sondern Druiden, die die Geister des Meeres und Windes beschworen. Auch der Wein wird immer noch gekeltert und vieles, was man im Mittelalter unter Hexenkult verstand, war eigentlich nichts anderes als keltische Bräuche, wie z.B. die Sache mit den Heilkräutern.

Und so barbarisch waren die Kelten eigentlich auch nicht, wie sie die Römer und Griechen beschrieben. Die Griechen meinten mit "barbarisch" ursprünglich auch nichts anderes, als "nicht-griechisch-sprechen". Immerhin lernten die Kelten von den anderen Völkern, wo sie nur konnten, z.B. wie man mit Eisen und Bronze umgeht. Und viele dieser alten keltischen Siedlungen gibt es noch heute, wie etwa Paris oder Ankara.

Doch die Kelten waren in dem Sinne eigentlich kein Volk, sondern es war eine Kultur. Wer sich dieser Kultur anschloss war ebenso Kelte.

Quelle:

http://www.blinde-kuh.de/kelten/

Links zu dem Zhema: Kelten

Keltenmuseum Hochdorf
D-71735 Eberdingen-Hochdorf
Tel. (07042) 78911
Fax (07042) 37 07 44
Diese Seite ausdrucken